Handballnachwuchs zoomt sich durchs Lockdown-Training: „Der Schnee ist ein absoluter Glücksfall. Gerade jetzt im Lockdown“, stellt ein Handballvater fest, „so kommt mein Sohn endlich mal raus.“ In solchen Telefongesprächen zeigt sich ganz klar: Die Bewegung fehlt im Lockdown. Gerade im Winter bei Nieselregen und Dunkelheit gibt es viel weniger Motivation zur Bewegung für Kinder. Der Gang in die Sporthalle fehlt ­­– in allen Altersklassen. Trainingsangebote per Videokonferenz sind inzwischen ein alter Hut. Sie sollen alles auffangen, was der Sport im Verein bietet: Bewegung, soziale Kontakte, Spaß. Daher sind auch die Handballkinder schon fleißig dabei und treffen sich regelmäßig zum digitalen Training. „Es ist schön, die Spielerinnen zu sehen und zu hören“, zieht E-Jugendtrainer Marcel Rössel direkt nach dem ersten Training im Jahr 2021 Bilanz und setzt das Trainingsangebot seitdem regelmäßig fort. Auch Esther Sels, Trainerin der MAXI-Mädchen fällt die lange Zeit ohne Handball schwer. „Ich vermisse euch Mädels, ganz doll!“, ruft sie ihren Spielerinnen zu.

Dass die Durchführung von gutem Training via Videokonferenz kein Kinderspiel ist, weiß Jugendkoordinator Mario Wittenberg: „Jede Woche brauchen die Trainerinnen und Trainer wieder einen neuen guten Plan. Sie müssen die Spielerinnen und Spieler jede Woche begeistern. Das fällt schwer.“

Da die Spielerinnen und Spieler allein und auch noch zu Hause sind ergeben sich ganz andere Möglichkeiten als beim Handballtraining in der Halle. „Im Team haben wir uns vernetzt. Wir tauschen Ideen aus. So bekommen Alle ein altersgerechtes und neues Training“, berichtet Wittenberg von der Kooperation im Team. In der vergangenen Woche hat sich der Handballnachwuchs rund um das Thema Flummi durch die 60-minütigen Trainingseinheiten gespielt und lacht zum Abschluss in die Kamera. Es wurde geprellt, geworfen und gehüpft was die Flummis aushalten. Die älteren Spielerinnen der weibl. E und D-Jugend werden beispielsweise regelmäßig in den Bereichen Kraft und Ausdauer gefordert. Aber auch das koordinative Training, zum Beispiel mit dem Flummi, ist fester Bestandteil jedes Trainings.

Ziel sei es durch vielfältige Angebote den talentierten Nachwuchs auch im Lockdown zu fördern. „Wenn schon nicht auf dem Feld, dann müssen wir die Spielerinnen ‚daneben‘ fit machen. Dafür braucht es mehr als nur einfaches Ausdauer- und Krafttraining“, weiß der B-Lizenzinhaber um die Bedeutsamkeit der Bewegungsförderung in diesem Altersbereich. In der kommenden Woche warten dann wieder neue Bewegungsangebote. Immer verbunden mit der Hoffnung schon bald wieder in die Halle zu gehen und Handball spielen zu können.